Berliner Zeitung, 19. März 2004

Der Ostberliner Kulturwissenschaftler Ed Stuhler … legt ein geschlossenes und objektivierteres Lebensbild der umstrittenen Volksbildungsministerin Margot Honecker vor, die wie keine andere Frau die DDR-Politik mit prägte… Der späte Ulbricht wollte ohne Moskauer Plazet die DDR wirtschaftlich und wissenschaftlich-technisch modernisieren, suchte den Dialog mit Brandts Bundesrepublik, wollte der Jugend mehr Freiheit und Verantwortung geben. Er stieß auf den Widerstand der „FDJ-Fraktion“ in seiner Führung, mit seinem Ziehsohn Honecker an der Spitze. Brillant beschreibt Stuhler die maßgebliche Rolle der intelligent intrigierenden Margot Honecker in diesem Politkrimi, der auf dem Ketzertribunal des 11. ZK-Plenums einen ersten Höhepunkt erfuhr und 1971 mit Rückendeckung Breshnews zum Sturz Ulbrichts führte.

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