Ed Stuhler

Text- und Buchautor, Publizist

Posts Tagged ‘Deutsche Einheit’

Die letzten Monate der DDR

Posted by Office - 5. Oktober 2012

BuchtitelDie Regierung de Maizière und ihr Weg zur deutschen Einheit

Vietnamesische Ausgabe

Edition VIPEN, Berlin 2012

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Die letzten Monate der DDR

Posted by Office - 14. März 2010

Die Regierung de Maiziére und ihr Weg zur deutschen Einheit

Christoph Links Verlag 2010

„… hochinteressante und sehr lebendige Seiten über die letzte DDR-Regierung und den Weg zur deutschen Einheit.“ Volksstimme Magdeburg

„Ed Stuhler hat sich nicht von Vorurteilen, sondern von Fakten leiten lassen. Herausgekommen ist eine spannende Collage aus den Erinnerungen der Akteure der letzten DDR-Regierung. … Die kurze Geschichte einer Regierung, die angetreten ist, um sich selbst abzuschaffen, was bisher einmalig in der Geschichte sein dürfte, liest sich kurzweilig wie ein Krimi.“ Vera Lengsfeld auf www.achgut.de

“ … ist der Blick hinter die Kulissen des Vereinigungsprozesses spannend, gerade weil bis heute unterschätzt wird, welchen Anteil die Regierung de Maizière und die Volkskammer daran hatten.“ Südwest Presse

“ … ein sehr lesenswertes, informatives und mitunter auch komisches Buch über Menschen, die für Monate Weltgeschichte schrieben.“ Deutschlandfunk

„Da die Beteiligten ohne diplomatische Rücksichtnahme reden, Pleiten, Pech und Pannen ebenso eingestehen wie die Winkelzüge, mit denen sie oft agieren mussten, ist dieses Buch nicht nur ungemein lebendig und authentisch, es bietet auch einen beachtlichen Fundus an kuriosen Begleitgeschichten des Vereinigungsprozesses. Erhellend und unterhaltend zugleich – besser kann man Geschichte nicht vermitteln.“ Das Personal

„Herzerfrischend authentisch wirken diese flüssig verquickten Zeitzeugenberichte , bergen sie doch ungezählte Episoden aus einer Zeit mit rasanter Dynamik, mannigfaltiger Improvisation, unvorstellbarer Kärrnerarbeit eines aus politischen Laien besetzten Kabinetts und einer vom Umbruch beseelten Volkskammer.“ Der Tagesspiegel

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Die letzten Monate der DDR

Posted by Office - 17. Januar 2010

Buchcover

Ed Stuhler

Die letzten Monate der DDR

Die Regierung de Maizière und ihr Weg zur deutschen Einheit

Christoph Links Verlag

Buchpremiere am 18.3.2010, Leipzig, Zeitgeschichtliches Forum

 

Vorwort

Wenn von Deutschlands Vereinigung gesprochen wird, fallen immer die Namen Kohl, Gorbatschow, Bush, vielleicht noch Genscher. Der Name Lothar de Maizière wird weit seltener genannt, die Namen der Minister der von ihm geführten letzten DDR-Regierung, die politischen Entscheidungsträger der Ostseite, gar nicht. Die Akteure dieser überaus wichtigen Übergangszeit, die trotz extremer Bedingungen friedlich verlaufen ist, scheinen wie aus der Geschichte gefallen.

Im Mauermuseum Bernauer Straße wird eine Publikation mit dem Namen „Die Berliner Mauer 1961 – 1989″ vertrieben. Dem Buch liegt eine DVD des Landesarchivs Berlin bei. Am Ende der 50-minütigen Dokumentation wird „der letzte Ministerpräsident der DDR“ erwähnt: Hans Modrow!

Bei den zahlreichen Feiern zur Deutschen Einheit könnte man fast den Eindruck gewinnen, als habe sich die Bundesrepublik mit sich selbst vereinigt. Dass dies das komplizierte und dramatische Zusammenfinden von zwei souveränen Staaten mit, über einen langen Zeitraum, sehr unterschiedlicher politischer und sozialer Entwicklung war, gerät fast in Vergessenheit. Vergessen auch die Arbeit dieses einzigen demokratisch legitimierten Kabinetts der DDR, das unter dramatischen Umständen, wachsendem Zeitdruck und sich fast täglich verändernden Bedingungen einen ungeheuren Berg von gesetzesgeberischer Arbeit zu bewältigen hatten. Die Vorsilbe „Riesen“ ist eines der meistgebrauchten Begriffe in den Erinnerungen der damaligen Protagonisten, die entsprechenden Wortkombinationen würden eine ganze Seite füllen: Riesenprobleme, Riesenmenge (an Arbeit), Riesenunterschiede, Riesenherausforderung, Riesenarsenale (an Waffen, die zu sichern waren), Riesenapparate (die abzuwickeln waren), Riesenkoloss (MfS), Riesenaufmärsche, Riesenstreit, Riesendifferenzen, aber auch Riesenchancen. Dieses Buch soll eine längst überfällige Darstellung dieser Riesenarbeit sein, und zwar aus der subjektiven Sicht derer, die den Prozess der Einigung gestaltet haben.

Der vorliegende Band ist keine Chronologie und kein Geschichtsbuch. Er erhebt deshalb nicht Anspruch auf Vollständigkeit. Die Fülle der Probleme, aber auch die erzielten Erfolge konnten nur an einigen besonders signifikanten Teilgebieten deutlich gemacht werden, wie zum Beispiel der Umweltproblematik, dem Verfall der Städte, der Landwirtschaft, der Armee. Eine Betrachtung aller Teilbereiche und Ressorts lag nicht in der Absicht des Autors. Er wollte an einigen ausgewählten Schwerpunkten zeigen, mit welchen Herausforderungen und Sachzwängen die Akteure zu kämpfen hatten, wie sich die Arbeit gestaltet und, unter zunehmendem Zeitdruck, verändert hat.

Es ist eine Darstellung der sich überschlagenden Ereignisse einer historisch kurzen Phase, eines halben Jahres, vom 18. März bis 2. Oktober 1990. Gezeigt werden 199 Tage spannender deutscher Geschichte, das stürmische Ende der DDR – Geschichte in Geschichten.

Der vorliegende Band beruht in wesentlichen Teilen auf den Fernsehinterviews zur rbb-Dokumentation „Der Beitritt“, die die Autoren Rainer Burmeister und Hans Sparschuh (Heimatfilm GbR) zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung mit Mitgliedern der ersten und letzten frei gewählten Regierung der DDR geführt haben.

Ein paar persönliche Worte seien mir gestattet. Als ich begann dieses Buch zu schreiben, habe ich, um mich in die Stimmungslage des Jahres 1990 zurück zu versetzen, meine Tagebücher aus der Zeit hervorgesucht und gelesen. Unter dem Datum 19. März fand ich folgenden Eintrag:

„Das neue Zeitalter hat begonnen. Bei der gestrigen Wahl hat die CDU haushoch gesiegt. De Maizière wird Ministerpräsident von Kanzlers Gnaden. Die Leute sind Kohls stärkstem Argument gefolgt, der D-Mark. Von der CDU erhoffen sie sich deren schnelle Einführung. Dass die Folgen (Betriebsstilllegungen, Arbeitslosigkeit) an ihm selbst vorbeigehen, hofft wohl jeder für sich. Und der zweite Grund für diesen (für viele überraschenden) Wahlausgang ist wohl das tiefe Misstrauen allem gegenüber, was links ist. Leichte Traurigkeit und Enttäuschung. Bin mir aber der Irrationalität dieses Gefühls bewusst. Ich habe Bündnis 90 gewählt. Weniger als drei Prozent! Keiner will mehr was wissen von der Revolution und von der eigenen Vergangenheit. Bloß nicht erinnert werden, man hat ja schon perfekt verdrängt!“

Weitere Einträge handeln von Stasi-Verdächtigungen und -Entlarvungen, Gerüchten über plötzliche Währungsumstellungen, rapide gestiegene Abtreibungszahlen, dem sinkenden Stern von Gorbatschow, von Trabbis und Wartburgs, die man jetzt plötzlich kaufen kann, von leeren Kaufhallen und vollen Sparkassen und einer gewonnenen Fußball-Weltmeisterschaft.

Den meisten Raum jedoch nehmen Notizen zu unserer kleinen Tochter ein. Das beglückte Staunen über ihr Wachsen und Werden war mir offensichtlich wichtiger als all die dramatischen politischen Ereignisse. Seltsame Duplizität: Genau wie ihr Vater wurde sie in eine Welt geboren, die es ein Vierteljahr später nicht mehr gab. In meinem Fall war es der Februar 1945, in ihrem der August 1989, ausgerechnet der 13. In der neuen Welt hat sie in diesen sechs Monaten, von denen dieses Buch handelt, das Krabbeln gelernt, ihre ersten Schritte gemacht, ihre ersten Worte gesprochen. Und genau wie ihrem Vater, ist ihr die Welt, in der sie geboren wurde, bis heute sehr fern.

Übergangszeiten sind Zeiten überraschender Umbrüche, weitreichender Weichenstellungen, unvorhersehbarer Entwicklungen, aber auch ungewohnter Möglichkeiten; Treibende werden zu Getriebenen, die Dinge bekommen ihre eigene Dynamik – Übergangszeiten sind spannend.

Möge dieser Band denen, die diese Zeit nicht erlebt oder vergessen haben, das Besondere dieser Tage und das Handeln und die Motivationen der Akteure näher bringen.

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