Ed Stuhler

Text- und Buchautor, Publizist

Archive for the ‘Rundfunkarbeiten’ Category

Altmark – Grüne Wiese mit Zukunft?

Posted by Office - 22. Juni 2017

Leben in dünnbesiedelten Regionen

Deutschlandfunk, 4.8.2017, 19.15 Uhr

Es gibt einige dünnbesiedelte Regionen in Deutschland – die Altmark, im Land Sachsen-Anhalt gelegen, ist eine der am dünnsten besiedelten. In der Verbandsgemeinde Seehausen, mit dem Städtchen Werben, idyllisch an der Elbe gelegen, leben noch ganze 13 Einwohner pro Quadratkilometer. Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 230 Einwohnern/qkm, in Berlin sind es fast 4000. Und es werden immer weniger. Die Verbandsgemeinde Stendal verliert pro Jahr 2000 Einwohner.

Was heißt es, in solchen Regionen zu leben, wie gestaltet sich der Alltag, was für Auswirkungen hat die Schrumpfung auf die Lebensqualität der dort lebenden Menschen? Schulen schließen, Öffentlicher Nahverkehr wird unrentabel, Ärzte fehlen, Wege werden länger, verlassene Ortschaften verfallen. Eigene Mobilität ist alles. Wenn die, z.B. im Alter, verloren geht, wird es bitter.

Zwei Möglichkeiten, diese Entwicklung aufzuhalten, wären Industrieansiedelung oder die Entwicklung des Tourismus. Beides wird eher halbherzig betrieben und widerspricht sich in vielen Fällen.

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Der Alte Fritz

Posted by Office - 11. Februar 2017

Brief Gisela May von März 2000

Brief Gisela May von März 2000

Meine Erinnerungen an Gisela May

Deutschlandfunk, 7.7.2017, 20.10 Uhr

Über 30 Jahre habe ich als Autor mit der am 2. Dezember 2016 verstorbenen Sängerin und Schauspielerin Gisela May zusammengearbeitet. Daraus entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. Ich lernte sie als warmherzig, offen und eher unpolitisch kennen. Ihr Bild in der Öffentlichkeit, wo sie bisweilen als unnahbar, streng, als unpersönliche politische Staatskünstlerin, als „rote Soubrette“ wahrgenommen wurde, stimmt mit meinem Erleben absolut nicht überein. Im Westen Deutschlands ist sie, wenn überhaupt, nur als die „Muddi“ aus „Adelheid und ihre Mörder“ bekannt.

1981 traf ich Gisela May zum ersten Mal; unser erstes gemeinsames Lied war „Der Alte Fritz“, ein ironischer Kommentar zur sozialistischen Auferstehung Friedrich II.

Sie lebte allein und rief oft nachts an, zum Beispiel, um mir euphorisiert zu erzählen, wie begeistert ihr Publikum auf ein Konzert reagiert hätte. Wir sprachen über privaten Sehnsüchte und Enttäuschungen, über Krankheit und Alter.

In dem Feature erzähle ich meiner Tochter Nele, Jahrgang 89, als Vertreterin einer Generation, die weder mit den Liedern noch den Rollen der Schauspielerin Gisela May aufgewachsen ist, von meinen Erinnerungen.

 

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Sehen und Gestalten

Posted by Office - 13. Mai 2016

Der Kunstschmied und Stahlplastiker Fritz Kühn 1910 bis 1967

rbb Kulturradio, 17.8.2016, 19.04 Uhr

Karikatur Harald Kretzschmar Gedicht Hans-Georg Stengel

Karikatur Harald Kretzschmar
Gedicht Hans-Georg Stengel

Schrifttafel Fritz Kühn

Schrifttafel Fritz Kühn

Er wollte nie Künstler sein, er nannte sich selbst Kunsthandwerker, und war ein Kunstschmied von internationalem Format. Seine vielbeachtete Gitterwand auf der Brüsseler Weltausstellung brachte ihm 1958 den Durchbruch. In Berlin ist vor allem sein „Schwebender Ring“ bekannt, der monumentale Brunnen auf dem Strausberger Platz. Aber auch unzählige andere Arbeiten, oft in Verbindung mit bekannten Architekten, vom Hochhaus an der Weberwiese bis zur St.-Hedwigs-Kathedrale. Berühmt wurde auch sein A-Portal an der Berliner Stadtbibliothek in der Breiten Straße. Es ging ihm darum, Architektur zu beleben und städtebauliche Orientierungspunkte zu schaffen. In nur rund 20 Schaffensjahren schuf er ein in Umfang und Wirkung gewaltiges Werk.

Er beobachtete, verinnerlichte die Natur und dachte in Eisen und Stahl. Die Natur war für ihn Ursprung der Kunst und des Gestaltens.

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Das innere Tagebuch der Marie Jalowicz

Posted by Office - 13. Mai 2016

Untergetaucht von 1942 bis 1945

Deutschlandfunk, 5.8.2016, 20.10 Uhr

Marie Jalowicz um 1944 ©Hermann Simon

Marie Jalowicz um 1944
©Hermann Simon

Mit 19 beschließt die Berliner Jüdin Marie Jalowicz, dass sie überleben wird – um jeden Preis. Als die Gestapo 1942 vor ihrem Bett steht, kann sie sich durch Geistesgegenwart der Verhaftung entziehen und taucht unter. Die nächsten drei Jahre wechselt sie von Versteck zu Versteck. Sie ist auf die Hilfe vieler Menschen angewiesen – viele nutzen ihre Notlage aus. Täglich ist sie von Denunziation, Verhaftung und Deportation bedroht.

Nach der Befreiung heiratet sie ihren Schulfreund Heinrich Simon. Sie studiert an der Berliner Universität Philosophie und Soziologie, promoviert und habilitiert. 1973 erlebe ich Frau Professor Marie Simon als überaus geistreiche Dozentin. Sie liest „Geschichte der antiken Philosophie“.

In der Zeit ihres Untergetauchtseins führt sie ein inneres Tagebuch. Die dramatischen Umstände erlauben keine schriftlichen Aufzeichnungen. Erst kurz vor ihrem Tode 1998 erzählt sie auf Bitten ihres Sohnes Hermann Simon ihre Geschichte. Sie bespricht 77 Tonbandkassetten. Auf Grundlage dieser Bänder hat die Autorin Irene Stratenwerth gemeinsam mit Hermann Simon das Buch „Untergetaucht“ veröffentlicht. Es erscheint 2014 bei S. Fischer.

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Spaniens Himmel breitet seine Sterne

Posted by Office - 13. Mai 2016

Paul Dessau, das „Thälmannlied“ und der Formalismusstreit in der DDR

rbb Kulturradio, 13.7.2016, 19.04 Uhr (Wiederholung der Sendung vom 26.11.2014)

 

Spaniens Himmel

Von den drei großen Brecht-Komponisten (Kurt Weill, Hanns Eisler) ist Paul Dessau wohl der unbekannteste Große oder große Unbekannte.

Stark von Arnold Schönberg und seiner Zwölftmusik sowie von seinem amerikanischen Exil geprägt, gerät er in der DDR, in die er unter Einfluss seines Freundes Bertolt Brecht 1948 remigriert, schnell in die scharfen kultur- und kunstpolitischen Auseinandersetzungen in der stark unter sowjetischer Dominanz stehenden jungen Republik.

Einerseits ist er der Schöpfer des weltbekannten Liedes „Spaniens Himmel“, andererseits ein glühender Anhänger der angefeindeten Moderne. Der hysterisch geführten Formalismus-Debatte fällt seine Oper „Lukullus“ zum Opfer, was ihn sehr verbittert. Auch seine späteren Opern  („Puntila“, „Lanzelot“, „Einstein“, „Leonce und Lena“) werden bestenfalls geduldet, Inszenierungen meist schnell wieder abgesetzt.

Den Erfolg der im Pariser Exil entstandenen „Thälmann-Kolonne“ bezeichnete er selbst als Glückssache. Um Entstehung und Urheberschaft des Liedtextes gibt es einige Rätsel.

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Berliner Geschmacksinseln

Posted by Office - 27. Juli 2015

 Ludwig Hoffmann, Ignatius Taschner und der Bauboom der Gründerzeit.

rbb Kulturradio, 25.11.2015, 19.04 Uhr

Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain

Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain

Ludwig Hoffmann hat mit seinem Amtsantritt 1896 ein neues Bild des städtischen Bauwesens versprochen. Es sollte nicht mehr nur ein Einheitsbaustil herrschen; er war ein Baukünstler, und er war der oberste Architekt der Stadt Berlin. Er hat in seiner Amtszeit mehr gebaut als all die berühmten Berliner Architekten wie Schlüter, Eosander, Knobelsdorff, Gontard, Langhans und Schinkel zusammen. Mit seinen bekanntesten Bauten, dem Märkischen Museum, den Virchow-Klinikum, dem Märchenbrunnen und den vielen Schulen, um nur einiges zu nennen, hat er Geschmacksinseln in Berlin geschaffen. Um seine Vorstellungen von stimmungsvollen Bauten realisieren zu können, legte er großen Wert auf die bauplastische Gestaltung. Die leichte, verspielte Kunst des Münchener Bildhauers Ignatius Taschner kam seinen Intensionen sehr entgegen.

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Spaniens Himmel breitet seine Sterne

Posted by Office - 24. Oktober 2014

Paul Dessau, die „Thälmann-Kolonne“ und der Formalismusstreit in der DDR

rbb Kulturradio, 26.11.2014, 19.04 Uhr

Spaniens Himmel

Von den drei großen Brecht-Komponisten (Kurt Weill, Hanns Eisler) ist Paul Dessau wohl der unbekannteste Große oder große Unbekannte.

Stark von Arnold Schönberg und seiner Zwölftmusik sowie von seinem amerikanischen Exil geprägt, gerät er in der DDR, in die er unter Einfluss seines Freundes Bertolt Brecht 1948 remigriert, schnell in die scharfen kultur- und kunstpolitischen Auseinandersetzungen in der stark unter sowjetischer Dominanz stehenden jungen Republik.

Einerseits ist er der Schöpfer des weltbekannten Liedes „Spaniens Himmel“, andererseits ein glühender Anhänger der angefeindeten Moderne. Der hysterisch geführten Formalismus-Debatte fällt seine Oper „Lukullus“ zum Opfer, was ihn sehr verbittert. Auch seine späteren Opern  („Puntila“, „Lanzelot“, „Einstein“, „Leonce und Lena“) werden bestenfalls geduldet, Inszenierungen meist schnell wieder abgesetzt.

Den Erfolg der im Pariser Exil entstandenen „Thälmann-Kolonne“ bezeichnete er selbst als Glückssache. Um Entstehung und Urheberschaft des Liedtextes gibt es einige Rätsel.

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Der Wunsch, geliebt zu werden, löst die Verwandlung aus

Posted by Office - 3. Mai 2014

Zum 90. Geburtstag der Schauspielerin Gisela May.

MDR figaro/rbb Kulturradio, 28.5.2014, 22.04 – 23.00 Uhr

(Wiederholung der Sendung vom 29.5.1999)

Redaktion: Maria Schüler

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Rummelplatz

Posted by Office - 29. Juli 2013

Paul Dessau als Musiklehrer

Deutschlandfunk, 29.11.2013, 20.10 – 21.00 Uhr

Paul Dessau vor seiner Klasse in Zeuthen

Paul Dessau vor seiner Klasse in Zeuthen

„Lukullus“, „Lanzelot“, „Leonce und Lena“ sind die drei Opern, in denen sich die zunehmend kritische Haltung des Komponisten Paul Dessau zu seinem Land DDR, in das er 1948 aus amerikanischem Exil mit großen Hoffnungen kam, und seiner Kulturpolitik widerspiegeln. Dessau litt  an dem Misstrauen gegenüber den Künstlern, der anmaßenden Haltung  der herrschenden Kulturbürokratie sowie dem Unverständnis von moderner Musik. Seine Hoffnung, die Herrschenden auf dem Weg der „Fürstenerziehung“ beeinflussen zu können, erwies sich als Illusion.
Je mehr er feststellen muss, dass seine musikalische Aufklärung kaum auf fruchtbaren Boden fällt, desto intensiver wendet er sich der musikalischen Erziehung der Kinder zu.
An der Schule seines Wohnortes Zeuthen unterrichtet er 14 Jahre lang einmal in der Woche. Er weiß, dass die Schüler von Heute die Konzertbesucher von Morgen sein werden. Es gelingt dem weltbekannten Komponisten, erfolgreich den Lehrplan zu ignorieren und statt trockener Lehrbuchfakten schöpferischen Umgang mit Musik in den Vordergrund zu stellen.
Gemeinsam mit den Kindern erarbeitet er Lieder nach Tierversen von Brecht und 1963 das Singspiel „Rummelplatz“.

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Lin und Eberhard – die Geschichte einer großen Liebe

Posted by Office - 4. Dezember 2012

Lin Jaldati, die Sängerin des jiddischen Liedes, und der Pianist und Musikwissenschaftler Eberhard Rebling

Deutschlandfunk, 8.2.2013, 20.10 – 21.00 Uhr

Lin und Eberhard mit Kathinka und Jalda 1952

Lin und Eberhard mit Kathinka und Jalda 1952

Eberhard Rebling, 25jähriger Pianist und Musikwissenschaftler, Antifaschist und Sohn eines preußischen Offiziers, hat 1936 das faschistische Deutschland in Richtung Holland verlassen. In Den Haag trifft er ein Jahr später die jüdische Revuetänzerin Lin Jaldati und verliebt sich unsterblich.

Durch seine Frau lernt Eberhard die jüdische osteuropäische Kultur kennen, besonders das jiddische Lied. Er rät ihr, sich auf dessen Interpretation zu spezialisieren. Gemeinsam erarbeiten sie Programme mit Liedern und Tänzen; er begleitet sie am Klavier.

Als die Deutschen in Holland einmarschieren, müssen beide untertauchen. Eberhard mietet unter falschen Namen ein Haus, in dem sie bis zu 20 bedrohte Juden verstecken. Das Versteck fliegt auf, Eberhard kann fliehen, Lin überlebt Auschwitz und Bergen Belsen.

Nach dem Krieg siedeln sie in die junge DDR über. Lin entwickelt sich zur weltweit bekannten Interpretin des jiddischen Liedes.

50 Jahre, bis zum Tod von Lin im Jahre 1988, bleiben sie ein unzertrennliches Paar. Eberhard wird seine Frau um 20 Jahre überleben. Sie finden ihre letzte Ruhestätte auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof.

Grab auf den Dorotheenstädtischen Friedhof

Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof

Zum Nachhören:  http://www.dradio.de/aod/html/?station=1&broadcast=641012&

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