Berliner Geschmacksinseln

 Ludwig Hoffmann, Ignatius Taschner und der Bauboom der Gründerzeit.

rbb Kulturradio, 25.11.2015, 19.04 Uhr

Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain
Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain

Ludwig Hoffmann hat mit seinem Amtsantritt 1896 ein neues Bild des städtischen Bauwesens versprochen. Es sollte nicht mehr nur ein Einheitsbaustil herrschen; er war ein Baukünstler, und er war der oberste Architekt der Stadt Berlin. Er hat in seiner Amtszeit mehr gebaut als all die berühmten Berliner Architekten wie Schlüter, Eosander, Knobelsdorff, Gontard, Langhans und Schinkel zusammen. Mit seinen bekanntesten Bauten, dem Märkischen Museum, den Virchow-Klinikum, dem Märchenbrunnen und den vielen Schulen, um nur einiges zu nennen, hat er Geschmacksinseln in Berlin geschaffen. Um seine Vorstellungen von stimmungsvollen Bauten realisieren zu können, legte er großen Wert auf die bauplastische Gestaltung. Die leichte, verspielte Kunst des Münchener Bildhauers Ignatius Taschner kam seinen Intensionen sehr entgegen.

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Rummelplatz

Paul Dessau als Musiklehrer

Deutschlandfunk, 7.8.2015, 20.10 Uhr (Wiederholung der Sendung vom 29.11.2013)

Paul Dessau vor seiner Klasse in Zeuthen
Paul Dessau vor seiner Klasse in Zeuthen

„Lukullus“, „Lanzelot“, „Leonce und Lena“ sind die drei Opern, in denen sich die zunehmend kritische Haltung des Komponisten Paul Dessau zu seinem Land DDR, in das er 1948 aus amerikanischem Exil mit großen Hoffnungen kam, und seiner Kulturpolitik widerspiegeln. Dessau litt  an dem Misstrauen gegenüber den Künstlern, der anmaßenden Haltung  der herrschenden Kulturbürokratie sowie dem Unverständnis von moderner Musik. Seine Hoffnung, die Herrschenden auf dem Weg der „Fürstenerziehung“ beeinflussen zu können, erwies sich als Illusion.
Je mehr er feststellen muss, dass seine musikalische Aufklärung kaum auf fruchtbaren Boden fällt, desto intensiver wendet er sich der musikalischen Erziehung der Kinder zu.
An der Schule seines Wohnortes Zeuthen unterrichtet er 14 Jahre lang einmal in der Woche. Er weiß, dass die Schüler von Heute die Konzertbesucher von Morgen sein werden. Es gelingt dem weltbekannten Komponisten, erfolgreich den Lehrplan zu ignorieren und statt trockener Lehrbuchfakten schöpferischen Umgang mit Musik in den Vordergrund zu stellen.

Wunderwalzer

CD-Release, 13.2.2015, 21.00 Uhr, Wabe Thälmannpark

 

CD Wunderwalzer
CD Wunderwalzer

 

Wer den Entertainer Thomas Putensen schon mehr als einmal erlebt hat, weiß, dass seine Auftritte selten Wiederholungen sind. Sie leben von der ihm eigenen Spontanität und der Qualität seiner ihn begleitenden Musiker. Überraschungen sind immer zu erwarten.

Am 13.2.2015 um 21.00 Uhr stellt er seine CD „Wunderwalzer“ in der Wabe am Thälmannpark vor. Texte u.a. von Ed Stuhler

Mit dabei das komplette Beat-Ensemble bestehend aus Streichern, Bläsern und Backgroundgesang.

Thomas Putensen
Thomas Putensen

Spaniens Himmel breitet seine Sterne

Paul Dessau, die „Thälmann-Kolonne“ und der Formalismusstreit in der DDR

rbb Kulturradio, 26.11.2014, 19.04 Uhr

Spaniens Himmel

Von den drei großen Brecht-Komponisten (Kurt Weill, Hanns Eisler) ist Paul Dessau wohl der unbekannteste Große oder große Unbekannte.

Stark von Arnold Schönberg und seiner Zwölftmusik sowie von seinem amerikanischen Exil geprägt, gerät er in der DDR, in die er unter Einfluss seines Freundes Bertolt Brecht 1948 remigriert, schnell in die scharfen kultur- und kunstpolitischen Auseinandersetzungen in der stark unter sowjetischer Dominanz stehenden jungen Republik.

Einerseits ist er der Schöpfer des weltbekannten Liedes „Spaniens Himmel“, andererseits ein glühender Anhänger der angefeindeten Moderne. Der hysterisch geführten Formalismus-Debatte fällt seine Oper „Lukullus“ zum Opfer, was ihn sehr verbittert. Auch seine späteren Opern  („Puntila“, „Lanzelot“, „Einstein“, „Leonce und Lena“) werden bestenfalls geduldet, Inszenierungen meist schnell wieder abgesetzt.

Den Erfolg der im Pariser Exil entstandenen „Thälmann-Kolonne“ bezeichnete er selbst als Glückssache. Um Entstehung und Urheberschaft des Liedtextes gibt es einige Rätsel.

Lin und Eberhard – Geschichte einer großen Liebe

 

Lin Jaldati, die Sängerin des jiddischen Liedes, und der Pianist und Musikwissenschaftler Eberhard Rebling

  Deutschlandfunk, 19.9.2014, 20.10 – 21.00 Uhr (Wiederholung der Sendung vom 8.2.2013)

Lin und Eberhard mit Kathinka und Jalda 1952
Lin und Eberhard mit Kathinka und Jalda 1952

Eberhard Rebling, 25jähriger Pianist und Musikwissenschaftler, Antifaschist und Sohn eines preußischen Offiziers, hat 1936 das faschistische Deutschland in Richtung Holland verlassen. In Den Haag trifft er ein Jahr später die jüdische Revuetänzerin Lin Jaldati und verliebt sich unsterblich.

Durch seine Frau lernt Eberhard die jüdische osteuropäische Kultur kennen, besonders das jiddische Lied. Er rät ihr, sich auf dessen Interpretation zu spezialisieren. Gemeinsam erarbeiten sie Programme mit Liedern und Tänzen; er begleitet sie am Klavier.

Als die Deutschen in Holland einmarschieren, müssen beide untertauchen. Eberhard mietet unter falschen Namen ein Haus, in dem sie bis zu 20 bedrohte Juden verstecken. Das Versteck fliegt auf, Eberhard kann fliehen, Lin überlebt Auschwitz und Bergen Belsen.

Nach dem Krieg siedeln sie in die junge DDR über. Lin entwickelt sich zur weltweit bekannten Interpretin des jiddischen Liedes.

50 Jahre, bis zum Tod von Lin im Jahre 1988, bleiben sie ein unzertrennliches Paar. Eberhard wird seine Frau um 20 Jahre überleben. Sie finden ihre letzte Ruhestätte auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof.

Rummelplatz

Paul Dessau als Musiklehrer

Deutschlandfunk, 29.11.2013, 20.10 – 21.00 Uhr

Paul Dessau vor seiner Klasse in Zeuthen
Paul Dessau vor seiner Klasse in Zeuthen

„Lukullus“, „Lanzelot“, „Leonce und Lena“ sind die drei Opern, in denen sich die zunehmend kritische Haltung des Komponisten Paul Dessau zu seinem Land DDR, in das er 1948 aus amerikanischem Exil mit großen Hoffnungen kam, und seiner Kulturpolitik widerspiegeln. Dessau litt  an dem Misstrauen gegenüber den Künstlern, der anmaßenden Haltung  der herrschenden Kulturbürokratie sowie dem Unverständnis von moderner Musik. Seine Hoffnung, die Herrschenden auf dem Weg der „Fürstenerziehung“ beeinflussen zu können, erwies sich als Illusion.
Je mehr er feststellen muss, dass seine musikalische Aufklärung kaum auf fruchtbaren Boden fällt, desto intensiver wendet er sich der musikalischen Erziehung der Kinder zu.
An der Schule seines Wohnortes Zeuthen unterrichtet er 14 Jahre lang einmal in der Woche. Er weiß, dass die Schüler von Heute die Konzertbesucher von Morgen sein werden. Es gelingt dem weltbekannten Komponisten, erfolgreich den Lehrplan zu ignorieren und statt trockener Lehrbuchfakten schöpferischen Umgang mit Musik in den Vordergrund zu stellen.
Gemeinsam mit den Kindern erarbeitet er Lieder nach Tierversen von Brecht und 1963 das Singspiel „Rummelplatz“.