Ed Stuhler

Text- und Buchautor, Publizist

Der Alte Fritz

Posted by Office - 11. Februar 2017

Brief Gisela May von März 2000

Brief Gisela May von März 2000

Meine Erinnerungen an Gisela May

Deutschlandfunk, 7.7.2017, 20.10 Uhr

Über 30 Jahre habe ich als Autor mit der am 2. Dezember 2016 verstorbenen Sängerin und Schauspielerin Gisela May zusammengearbeitet. Daraus entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. Ich lernte sie als warmherzig, offen und eher unpolitisch kennen. Ihr Bild in der Öffentlichkeit, wo sie bisweilen als unnahbar, streng, als unpersönliche politische Staatskünstlerin, als „rote Soubrette“ wahrgenommen wurde, stimmt mit meinem Erleben absolut nicht überein. Im Westen Deutschlands ist sie, wenn überhaupt, nur als die „Muddi“ aus „Adelheid und ihre Mörder“ bekannt.

1981 traf ich Gisela May zum ersten Mal; unser erstes gemeinsames Lied war „Der Alte Fritz“, ein ironischer Kommentar zur sozialistischen Auferstehung Friedrich II.

Sie lebte allein und rief oft nachts an, zum Beispiel, um mir euphorisiert zu erzählen, wie begeistert ihr Publikum auf ein Konzert reagiert hätte. Wir sprachen über privaten Sehnsüchte und Enttäuschungen, über Krankheit und Alter.

In dem Feature erzähle ich meiner Tochter Nele, Jahrgang 89, als Vertreterin einer Generation, die weder mit den Liedern noch den Rollen der Schauspielerin Gisela May aufgewachsen ist, von meinen Erinnerungen.

 

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4 Antworten to “Der Alte Fritz”

  1. Hallo Herr Stuhler, ich freue mich schon sehr auf diese Sendung, möchte jedoch eine Anmerkung dazu machen. Selbstverständlich war Gisela May auch in einem großen Teil der Gesellschaft in der alten Bundesrepublik bekannt. Die linke Generation meiner Eltern (Geburt Ende der Dreißigerjahre) kannte selbstverständlich auch die in der DDR wichtigen Künstlerinnen und Künstler wie Gisela May, Ernst Busch die Aufführungen des BE etc. Der Dortmunder Pläne Verlag hat alle entsprechenden Schallplattenaufnahmen vom VEB Deutsche Schallplatten übernommen und diese in Lizenz im Westen vertrieben. Vermutlich wissen Sie das. Nach der Wende war Frau May nicht nur in ihrer Rolle als „Mutti“ bekannt, sondern auch in einer elfteiligen Fernsehserie nach englischem Vorbild, die mit „List und Krücke“ und hieß und im Vorabendprogram lief. Außerdem unternahmen sie ja auch Konzertreisen in die alten Bundesländer und ins deutschsprachige Ausland.
    Mit freundlichen Grüßen Christoph Nippert

    • Office said

      Hallo Herr Nippert,
      ja schon, Sie haben Recht, was die Kreise betrifft, die Sie beschreiben. Aber einer breiten Öffentlichkeit ist G. May tatsächlich erst nach der Wende durch die besagte, sehr populäre FS-Serie bekannt geworden.
      Vielen Dank für Ihr Interesse und alles Gute für Sie,
      Ed Stuhler

  2. Jürgen Hartmann said

    Lieber Herr Stuhler, mein Kompliment für das schöne Feature. Sind Lieder wie „Ich bin allein “ eigentlich gar nicht mehr auf CD erhältlich? Übrigens stimme ich meinem Vorredner zu und möchte fast noch darüber hinaus gehen: auch in meinem weniger linken Elternhaus war die May durchaus ein Begriff und ich selbst besaß früh ihre Brechtplatten. Allerdings wurde bei uns, nahe Kassel, auch immer mal DDR-Fernsehen geschaut! Herzlichen Gruß!

    • Office said

      Lieber Herr Hartmann, vielen Dank für Ihren freundlichen Kommentar. Von unseren Liedern ist leider nur „Der Alte Fritz“ auf einer AMIGA-LP erschienen, einem Sampler mit Berlinliedern. Und das auch erst Jahre nach der Entstehung. Die anderen Lieder sind nie erschienen. Schade.
      Herzliche Grüße zurück,
      Ed Stuhler

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